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20.05.2012
Overview

Angesagte Multimedia-Berufe als Berufsziele.


Die Filmindustrie boomt! Das erste Kinohalbjahr 2009 war das erfolgreichste in Deutschland seit fünf Jahren. Die wachsende Branche liefert nicht nur Unterhaltung, sondern auch spannende berufliche Möglichkeiten. Ob hinter der Kamera, im Schnitt oder der Regie, die Einsatzgebiete sind ausgesprochen vielfältig. Nicht selten ist es der Traum vieler Jugendlicher, eine Karriere in diesem Bereich zu starten. Jedoch ist Vielen oftmals unklar, welche speziellen Berufsfelder die Filmindustrie bietet und welche Ausbildungsgänge es hierfür gibt.

Es muss nicht immer eine Schauspielausbildung sein

Nicht jeder hat das Talent zum Schauspieler. Doch obwohl dieses klassische Berufsbild eine Schlüsselposition einnimmt, stellt es nur eine von vielen Möglichkeiten dar, um in der Filmindustrie Fuß zu fassen. Grob umfasst die Branche drei Ausrichtungen. Man unterscheidet zwischen einer organisatorischen, kreativen und technischen Orientierung, wobei zwischen den drei Ausrichtungen fließende Übergänge existieren.

Organisatorisches Talent vorausgesetzt


Der organisatorische Fokus umfasst alle Tätigkeiten, die mit der Planung und Konzeption eines Films zu tun haben. Aber auch wirtschaftliche Aspekte sowie PR und Marketing spielen hier eine herausragende Rolle. Hierzu gehören beispielsweise die Berufe des Produzenten oder Produktionsleiters. Der Produzent ist unter anderem für die Akquise der Sponsoren, Besetzung der Schauspieler, die Auswahl der Drehbuchautoren und der Festlegung der Produktionskosten verantwortlich. Eine Stufe unter dem Produzenten positioniert sich der Produktionsleiter. Er kümmert sich um die finanziellen Details der Filmprojekte. Dazu gehören sowohl die gesamte organisatorische und logistische Planung, wie auch die Verpflichtung der Kamera-Teams.

Darf es etwas Künstlerisches sein

Entscheidet man sich für eine künstlerische Richtung, sind Berufe wie der des Drehbuchautors oder Regisseurs zu nennen. Ob Spiel- oder Dokumentarfilme, es bedarf kreativer Köpfe, die Drehbücher verfassen und Geschichten entwickeln. Ihre Aufgabe ist sehr textlastig und bildet die Basis jeder Filmproduktion. Hingegen ist der Regisseur vor Ort für den Dreh verantwortlich. Seine Aufgabe liegt darin, das Drehbuch zu interpretieren und in bewegte Bilder und Töne umzusetzen. Er weist die Schauspieler ein und trägt letztendlich für die künstlerische Gestaltung des Films Sorge.

Nur für Techniker

Auf der technischen Seite haben sich neben den klassischen Berufsfeldern wie Kameramann, Cutter, Licht- oder Audiotechniker über die letzten Jahre zunehmend neue berufliche Einsatzmöglichkeiten entwickelt. Insbesondere dann, wenn es um die so genannte Postproduktion geht. Beliebte Genres wie Science Fiction oder klassische Action-Filme erfordern in heutiger Zeit computeranimierte Spezialeffekte und 3D Animationen, die im Nachgang eingearbeitet werden. Diese machen es möglich, Explosionen oder Raumschiffe, die durch das All gleiten, realitätsnah wirken zu lassen. Die Programmierung dieser Effekte setzen umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen wie 3D-Modeling, Visual Effects und Compositing voraus. In diesem Zusammenhang spricht man vom Berufsbild des Special Effect Designers.

Breite Grundlagenvermittlung und Praxisbezug sind Vorraussetzung
„Wer sich für einen Beruf in der Filmindustrie interessiert, sollte zielstrebig, kreativ und experimentierfreudig sein. Interesse an Film und Fernsehen sowie den Drang, eigene Ideen technisch in bewegte Bilder und Töne umzusetzen, bilden ebenfalls eine wichtige Grundlage“, erklärt Götz Hannemann, Marketingleiter bei SAE Institute, einer internationalen Bildungseinrichtung in den Bereichen Audio, Digitalfilm & Animation, Webdesign & Development sowie Gamedesign. „Die Filmindustrie gehört neben der Spieleindustrie zu den Big-Playern in der Unterhaltungsbranche und ist ständig auf der Suche nach Nachwuchskräften. Besonders gute Berufschancen sehe ich in den technik-lastigen Bereichen. Spezialisten für computeranimierte Spezialeffekte sind rar gesät und werden händeringend gesucht.“

Interessenten sollten sich nach Ausbildungsprogrammen erkundigen, in denen sie zu Beginn eine möglichst breit gefächerte Grundlagenvermittlung in theoretischer als auch praktischer Hinsicht erhalten. Die Branche ist sehr individuell und es fehlt oft an speziellen Ausbildungsmöglichkeiten. Deshalb ist eine gute Ausgangsbasis wichtig, um im Job bestehen zu können und sich später „on the job“ spezifische Fachkenntnisse anzueignen. Da das Berufsfeld Überschneidungen zu anderen Disziplinen wie Audio/Ton und Web enthält, sollte man außerdem darauf achten, eine Ausbildungsstätte auszuwählen, die möglichst viele Multimedia-Fachbereiche abdeckt. So lassen sich Synergieeffekte erzielen und man wird zum Allrounder ausgebildet.

Neben Fachhochschulen und Universitäten gibt es auch zahlreiche spezialisierte Institutionen, die spezifisch auf die Filmindustrie zugeschnittene Abschlüsse anbieten. Weltweit führend auf diesem Gebiet ist das SAE Institute. Es bietet in Deutschland an insgesamt sieben Standorten Ausbildungsprogramme im Bereich Film und Animation. Dabei bereitet das so genannte „Digital Film & Animation Program“ auf eine Karriere in der professionellen Filmindustrie vor. Vermittelt werden theoretische und praktische Grundlagen, um den Studenten ein Verständnis für die Möglichkeiten und Entwicklungen in der Filmindustrie zu geben. Das Training an Werkzeugen und moderner Ausrüstung befähigt außerdem, konkrete Filmprojekte eigenständig umzusetzen.

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