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20.05.2012
Overview
Brüder im Geiste, aber dennoch völlig unterschiedliche Gene
Rund um DVD, Blu-Ray Disc (BD), Video on Demand und IPTV.. Unterschiede, Daten und Fakten
 

 
Die Zeiten sind schnelllebig wie nie zuvor. Wo noch vor wenigen Jahren die DVD als das Trägermedium der Zukunft präsentiert wurde, spricht man heute u.a. von digitalem Kontent in High Definition Formaten und Datenströmen, die innerhalb kürzester Zeit alle gerade geschafften Speicher - und Abspielmöglichkeiten sprengen. So wurden neben einschlägigen Entwicklungen auf dem Video on Demand- und IPTV-Sektor unter der Führung von SONY (Blu-Ray) und Toshiba (HD-DVD) parallel neue Datenträger-Formate entwickelt und schon wieder auf den Markt gebracht.

Doch wo liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Entwicklungen und wer hat auf lange Sicht die Nase vorn?
Eine Frage die nicht nur Kontentanbieter und Auswertungsunternehmen der Spielfilmindustrie
sondern auch die Konsumenten beschäftig.


 
:: Die Scheibe als Datenträger
 

Bereits die DVD ist ein Trägermedium mit 4,5GB (DVD5) oder 8,5GB (DVD9) Datenvolumen. Bei der Entwicklung der HD-DVD und der Blu-ray Disc schöpften die Entwickler jedoch aus ganz anderen Töpfen. Diese unterscheiden sich gegenüber der klassischen DVD im Wesentlichen durch eine höhere Speicherkapazität und Datendichte. Um der Historie Rechenschaft zu leisten hier der Hinweis, dass die mittlerweile bereits durch den Formatkrieg eingestellte HD-DVD als "Single Layer" über 15 GB und als "Dual-Layer" bis zu 30 GB verfügte.
 

  • Bei der Blu-Ray Disc (auch BD genannt) gingen die Entwickler sogar noch weiter. So verfügt die BD derzeit über ein Speichervolumen von 25GB "Single Layer" und bis zu 50GB als "Dual-Layer". Die BluRay Disc besteht aus einer 11 mm dicken Polycarbonatscheibe, auf die eine 1 mm dünne PC-Folienschicht (Cover Layer) aufgebracht wird.
  • Die hohe Datendichte der Blu-Ray wird erzielt, indem hier die neue Technologie eines „blauen“ Lasers" zum Einsatz kommt, der durch die Reduzierung der Wellenlänge von 650 nm auf 405 nm eine feinere Abbildung (Pit-Struktur) und Auslesung der Daten ermöglicht.
  • Zum Vergleich: Die HD-DVD bestand wie die DVD aus 2 Polycarbonatscheiben mit jeweils 0,6 mm Dicke. Diese Hälften wurden miteinander verklebt; so das man eine 12mm starke Disc erhielt.
 
Sowohl für die Blu-Ray Disc als auch für die verabschiedete HD-DVD wurden alternative Kleber entwickelt, die gegenüber der DVD eine weit dünnere Auftragung und im Falle der BluRay eine problemlose Verbindung von Kleberschicht und Layer ermöglichen sollen. Die Auftragung des Klebers kann in unterschiedlichen Verfahren (zentrifugale Verteilung oder Tape-Bonding) erfolgen, wobei formatabhängig u. U. auch Kombinationen möglich sein sollen.

 
:: Neue Features der Blu-Ray Disc (Übersicht)  
   
:: 9 Videokanäle
Videodatenrate: 40 Mbps (29,8 for video max)
 
  • Unterstützte VideoCodecs
    AVC (H264)
    VC-1
    MPEG-2
   
:: 32 Audiokanäle
  High Definition Audio und Surround Sound bis zu 7.1
 
  • Unterstützte AudioCodecs:
    Linear PCM-7.1
    DTS®-HD Master Audio-7.1
    DTS®-HD High Resolution Audio
    DTS-5.1
    Dolby® TrueHD-7.1
    Dolby Digital Plus-7.1
    Dolby Digital-5.1
   
:: Weitere Besonderheiten in der Anwendung und Darstellung
 
  • Modes: HDMV (High Definition Movie Mode); BD-J (Java)
    HD Video
    HD Audio
    Full color graphics
    Information Overlays
    Menus over Video
    Picture-in-picture
    Interactive Games (nur über BD-J)
    Network Connectivity (nur über BD-J)
    Persistent Storage Accsess (nur über BD-J)
   
:: Sub-video (picture in picture)
:: 32 Grafik/Untertitel-Kanäle
:: AACS Kopierschutz



:: Systemkomponenten zur Herstellung      

Um eine sichere, schnelle und effiziente Herstellung zu gewährleisten müssen weitere Systemkomponenten (Mastering, Stamper, Messtechnik, Spritzguss, Kopierschutz) den erweiterten Formatspezifikationen angepasst werden. Diese Prozesse waren auf den Prototypen entsprechender Produktionslinien (Singulus, Steag HamaTech) noch nicht endgültig abgeschlossen, zwischenzeitlich sind die Prozesse stabil und in 2007 wurden weltweit einige hundert tausend Scheiben dieser Formate produziert und auf den Markt gebracht.
 
Beide Formate stellen also nicht unerhebliche Anforderungen an produktgerechte Herstellungssysteme, Verfahren und die Programmierung "Authoring und Mastering" . Hier hatte das HD-DVD Format mit Einschränkungen zwar gewisse Vorteile, da es dem aktuellen DVD Herstellungsverfahren deutlich ähnlicher ist, dennoch hat sich die BluRay Version schlussendlich durchgesetzt. Obwohl es sich anbot (wie auch bei der Entwicklung des DVD Formats geschehen) eine konsensfähige Lösung aus einer Verbindung der beiden unterschiedlichen Formate zu entwickeln, um die Bereitschaft zum Kauf dieser hochauflösenden Scheiben beim Konsumenten zu erhöhen, konnten sich beide Konsortialführer (SONY und TOSHIBA) nicht dazu durchringen.


:: Der Formatkrieg: Hintergründe, Ursachen und Resultate     

Beide Konsortialführer (SONY und TOSHIBA) hatten zwar im April 2005 Gespräche über die Entwicklung eines gemeinsamen Formates aufgenommen, doch zeigte sich im Verlaufe dieser Gespräche, dass sich eine Annäherung äußerst problematisch und umstritten gestaltete.
 
Eine gewichtige Rolle spielte der Kopierschutz, der im Besonderen von den Filmstudios gefordert wird. Das Blu-Ray Konsortium vertrat im Interesse dieser Studios eine äußerst rigide, nahezu „verbraucherunfreundliche“ Politik, da der Vervielfältigung und der Abspielbarkeit des neuen BluRay Formats enge Grenzen gesetzt wurden. Die IT Industrie, allen voran MICROSOFT, befürchtet dadurch erhebliche Probleme beim Abspielen auf PCs.
Protagonisten und Förderer der jeweiligen Lager „passten“ sich dieser Situation an, indem sie Kontakte zu der jeweils anderen Seite intensivierten und teilweise sogar joint-ventures (z. B. Sony & NEC in Bezug auf Laufwerke) eingingen oder ihr Engagement auf beide Formate erweiterten (z. B. Warner).
 
Als entschiedener Gegner der Blu-Ray Technologie profilierte sich hingegen MICROSOFT, was aber, neben den erwähnten Kopierschutzproblemen, auch im Kontext des Wettbewerbs der Spielekonsolen PS3 (Sony/Blu-Ray) und Xbox (MICROSOFT/HD-DVD) gesehen werden muss. Die Verbreitung und der Erfolg neuer Formate wird nämlich, neben der möglicherweise entscheidenden Macht des Back-Kataloges der Major Filmstudios, im Kontext zukünftiger Distributions- und Anwendungsoptionen mitentschieden. Hier hatte die PS3 mit dem integrierten BluRay Laufwerk und seiner beherrschenden Marktposition die deutlich besseren Karten.


:: Markteinführung und Verbreitung    

Trotz gegenteiliger Pläne erschienen im Jahr 2005 zudem noch keine Filme (Filmlizenzen, Filmrechte) auf HD-DVD, wo hingegen im November 2005 die erste Blu-Ray Disc („3 Engel für Charlie – Volle Power“) von SONY gefertigt und vorgestellt wurde. Anfang Januar 2006 wurden auf der US CES (Consumer Electronics Show) Veröffentlichungen weiterer Titel (im Besonderen von SONY, MGM, FOX, DISNEY, LIONS GATE aber auch PARAMOUNT, WARNER, NEW LINE als HD-DVD Befürworter) nachgereicht.
 

Eine zahlenmäßig signifikante Herstellung und Verbreitung war nun zwar angestrebt, in den folgenden Jahren blieben die jeweiligen Angebote, Titelanzahl wie auch Produktionsvolumen, aber in durchaus überschaubaren Größenordnungen. Auch die Verbreitung von LCD und PLASMA Flachbildschirmen förderte diesen Prozess vorerst nicht signifikant - trotz der Großereignisse, die die Verbreitung dieser Geräte unterstützten (z. B. die Fußball WM 2006). Dies lag zum Teil daran, dass ein Großteil der Geräte der 1. Generation HD Formate noch nicht unterstützen; erst die Einführung des „HD Ready“ und später „Full HD“ Siegels versprach entsprechende Impulse.


:: Flächendeckung und Akzeptanz     

Doch ohne einen flächendeckenden Zugang zu entsprechenden HD Inhalten über öffentliche und private TV Programme oder die massenweise Verfügbarkeit entsprechender Laufwerke und Abspielgeräte werden es alle neuen Formate schwer haben. Einen Lichtblick geben jedoch die Enwicklungen im Video on Demand (VOD) Bereich. Hier sind bereits Technolgien vorhanden, die Player unabhängig den breiten Konsumermarkt erreichen.
 
Hinzu kommt, dass China nach wie vor beabsichtigt, einen eigenen HD Standard zu entwickeln – dieser Standard wird nicht kompatibel zu dem von TOSHIBA oder SONY propagierten Standard sein. Der wesentliche Grund für dieses Interesse ist die Möglichkeit durch einen eigenen Standard die geforderten Lizenzgebühren nicht abführen zu müssen; als weltweit führender Hersteller von DVD Playern mit einem Marktanteil > 70 % hat CHINA daher ein gewichtiges Wort mitzureden.
 
Im Februar 2008 war es dann soweit. Die erste Schlacht war geschlagen und TOSHIBA entschied sich, die aufwendig entwickelte HD-DVD nicht weiter zu unterstützen. Dies bedeutete den endgültigen Sieg für SONY im Format-Wettstreit, so dass in Zukunft das BluRay Format den einzigen Nachfolger für die DVD stellen wird.


:: Alternativen zur BluRay Disc


Entgegen den umfangreichen technischen Anforderungen und Voraussetzungen einer Blu-ray Disc, steht Kontent- und Rechteinhabern, sowie Auswertungsunternehmen mittels Video on Damand bereits heute einem schier unbegrenzter Konsumentenmarkt bereit. Einzige Vorausetzung ist z.B. die Verwendung einer neuen Streamingtechnologie, die u.a. eine High Definition Wiedergabe unter Einbindung der neuen HD-Features ermöglicht. So beinhaltet z.B. die aktuelle "Entertainment Management Solution" all diese technischen Anforderungen. Unter anderem werden hier durch den EMS HD-Videoplayer bereits alle Features einer HighEnd Blu-ray Disc mit Advanced-Features wiedergegeben und das für jedermann mit einem standard DSL-Anschluss. Hinzu kommt, dass die Kostenseite überschaubar bleibt, da z.B. keine AACS-Gebühren und Replikationskosten anfallen.
 
EMS kann hierzu u.a. Streamingtechnologien implemetieren, die neben bisherigem SD-Content jetzt auch eine reale HIGH DEFINITION Wiedergabe in Echtzeit via "Internet LIVE-STREAMING" ermöglichen.
 
Auch durch diese Feature sind jetzt bis zu 100% der möglichen Konsumer/User erreichbar. EMS kann sowohl auf Windows- als auch auf MAC-Plattformen genutzt werden und ermöglicht einen sofortigen Kontentabruf ohne Wartezeiten oder Vorabinstallationen von rechteüberwachender Fremdsoftware (DRM).
 
Interessant bleiben die weiteren Entwicklungen aber ohne hin.
 
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