Europäische Koproduktionen werden im Ausland öfter veröffentlicht und erzielen höhere Besucherzahlen als nationale Filme
Pressemitteilung / Straßburg, den 11. September 2008
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat anläßlich des Council of Europe Film Policy Forum in Krakau eine Analyse über europäische Koproduktionen veröffentlicht. Die Analyse wird im Rahmen des Forums vom 11. bis 13. September 2008 in Krakau vorgestellt und kann hier in englischer Sprache kostenlos heruntergeladen werden:
►The circulation of Europan co-productions and entirely national films in Europe - 2001 to 2007
In dieser neuen Studie werden die Verbreitung und der Erfolg europäischer Koproduktionen innerhalb und außerhalb ihrer nationalen Märkte untersucht und mit nationalen Produktionen verglichen. Die Analyse basiert auf Daten der LUMIERE-Datenbank der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle über Kinobesucherzahlen (http://lumiere.obs.coe.int). Die Verbreitung beider Produktionsformen wird dabei in zweierlei Hinsicht verglichen, einerseits anhand der durchschnittliche Anzahl von Märkten, in denen ein Film in die Kinos kommt, andererseits anhand des prozentualen Anteils der Filme die in mindestens einem ausländischen Markt in Kinos veröffentlicht werden. Zur Messung des Erfolgs werden die durchschnittlichen Besucherzahlen beider Produktionsformen gegenübergestellt.
Diese Studie liefert vermutlich eine der umfassendsten Analysen des Erfolgs von Koproduktionen, die je auf europäischer Ebene vorgenommen wurden. Die ausgewertete Datenbasis umfasst über 5400 Filme, die zwischen 2001 und 2007 in 20 ausgewählten europäischen Märkten in die Kinos gebracht wurden.
Die Datenanalyse liefert drei zentrale Erkenntnisse:
1. Europäische Koproduktionen werden durchschnittlich in deutlich mehr Märkten außerhalb des Heimatmarktes verliehen als nationale Filme - im Schnitt kommen sie in mehr als doppelt so vielen Märkten in die Kinos als nationale Produktionen. 77% aller Koproduktionen werden in mindestens einem ausländischen Markt herausgebracht, verglichen mit 33% der nationalen Filme.
2. Europäische Koproduktionen werden im Schnitt von 2,7 mal so viel Besuchern gesehen wie nationale Produktionen.
3. Ausländische Märkte haben für europäische Koproduktionen eine wesentlich höhere Bedeutung als für nationale Filme. 41% der Gesamtbesucherzahlen von Koproduktionen werden im Ausland erzielt, bei nationalen Filmen lediglich 15%.

Weitere Informationen zum Council of Europe Film Policy Forum finden Sie auf der Website des Europarats hier.

Detaillierte Erläuterungen zur Untersuchungsmethodik und zur ausgewerteten Datenbasis sind dem vollständigen, auf der Website der Informationsstelle veröffentlichten Bericht zu entnehmen.
Die Datenbasis
Für die Analyse der Verbreitung europäischer Koproduktionen im Vergleich zu nationalen Produktionen wurden Daten aus der Datenbank LUMIERE der Informationsstelle ausgewertet. Die der Analyse zugrundeliegende Datenauswahl enthält Angaben zu 5 414 Filmen mit insgesamt 1,4 Mrd. verkauften Kinokarten. Die ausgewerteten Daten beziehen sich auf die kumulierten Besucherzahlen für alle Spielfilme, die seit 1999 in einem der 20 europäischen Untersuchungsländer produziert und zwischen 2001 und 2007 in einem dieser Länder in die Kinos gebracht wurden.
Obwohl die Datenbank LUMIERE eine vollständige Abdeckung aller Märkte in Europa anstrebt, unterscheiden sich die Abdeckungsquoten von Land zu Land. Um statistische Verzerrungen der Indikatoren zu vermeiden und aussagekräftige Ergebnisse sicherzustellen, beschränkt sich diese Analyse auf die Kinoauswertung europäischer Filme in Märkten mit weitestgehend vollständigen Zahlen für den Erhebungszeitraum. Zu diesen 20 Märkten gehören Belgien, die Schweiz, die Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Ungarn, das Vereinigte Königreich & Irland, Island, Italien, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden und die Türkei.
Um eine repräsentative und objektive Datenbasis sicherzustellen, beschränkt sich die Studie auf Filme, die in den 20 untersuchten Ländern produziert wurden. Dabei werden lediglich zwei Produktionsformen berücksichtigt: (i) `nationale' Filme, die in einem der 20 Länder produziert wurden; (ii) `Koproduktionen', die ausschließlich zwischen den 20 Untersuchungsländer koproduziert wurden. Es wurden keine Koproduktionen mit Beteiligung aus anderen Ländern, z.B. mit US-amerikanischer Beteiligung, berücksichtigt.
Was die Datenverfügbarkeit im Untersuchungszeitraum betrifft, so ist zu beachten, dass die Verfügbarkeit von Zahlen in manchen Ländern seit 2004 deutlich zugenommen hat. Zudem sind für 2007 zum Zeitpunkt der Analyse lediglich provisiorische Daten verfügbar, da einige Daten, z.B. die Verleiherangaben für das MEDIA-Programm, noch nicht vorlagen.
Für weitere Presseinformationen, bitte wenden Sie sich an:
Alison Hindhaugh, Information & Press Officer
Tel.: (00 33) (0) 3 88 14 44 10 -- alison.hindhaugh@coe.int
Für weitere Informationen zur LUMIERE-Datenbank, bitte wenden Sie sich an:
Martin Kanzler, Analyst in der Abteilung für Informationen über Märkte und Finanzierungen
Tel.: (00 33) (0) 3 88 14 44 00 -- martin.kanzler@coe.int
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle
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