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20.05.2012
Overview
Europäische Privatfernsehsender trotzten der Krise 2009 besser als 2008

  • Der Umsatzrückgang der zwölf größten europäischen Fernsehkonzerne fiel 2009 mit 1,9 % niedriger aus als 2008, wo er 3 % betrug.
  • Das Nettoergebnis dieser zwölf Medienkonzerne belief sich 2009 auf insgesamt 1,5 Mrd. EUR, nachdem für 2008 Nettoverluste in Höhe von 1,2 Mrd. EUR ausgewiesen worden wurden.
  • Die Unternehmensgruppe BSkyB verzeichnete innerhalb des letzten Kalenderjahres ein Umsatzplus von knapp 20 %, während die Umsatzzahlen bei Groupe CANAL + stagnierten und bei Sky Deutschland um 4 % zurückgingen.

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat die ersten konsolidierten Ergebnisse
, die die zwölf größten europäischen Fernsehkonzerne für das Jahr 2009 vorgelegt haben, analysiert. Diese zwölf Unternehmensgruppen betreiben insgesamt 534 Fernsehkanäle.

Ihre konsolidierten Umsatzzahlen umfassen nicht nur die eigentlichen Fernseheinnahmen, sondern auch die Einnahmen aus anderen Tätigkeiten. Sieben Unternehmen (British Sky Broadcasting, Groupe Canal Plus, Mediaset, Prisa/Sogecable, Modern Times Group, Sky Deutschland und TVN) treten gleichzeitig als Fernsehveranstalter und als Betreiber von Vertriebsplattformen auf. Alle Konzerne bieten sowohl Vollprogramme als auch Spartenprogramme an und sind größtenteils auch im Bereich der Produktion von Sendungen tätig. Daneben bieten sieben Unternehmen (BSkyB, RTL Group, Groupe Canal Plus, Mediaset, ProSiebenSat.1 Media AG, TF1 und Modern Times Group) kostenpflichtige VoD-Dienste an. RTL Group, CANAL + und TF1 haben sich außerdem als Videoverlag und –vertrieb und British Sky Broadcasting als erfolgreicher Anbieter von Breitbandnetzzugängen positioniert.

Die Diversifizierung des Geschäftsfeldes ist sicherlich einer der Hauptgründe für die Krisenfestigkeit. Dank dieser Diversifizierung konnte BSkyB seinen Umsatz um 10,5 % (in Pfund Sterling) erhöhen, während die Konzerne, deren Umsatz vollständig oder zum überwiegenden Teil von Werbeeinnahmen abhängt, im Allgemeinen größere Einbußen zu verzeichnen hatten. Spitzenreiter war mit 30 % Umsatzverlust die amerikanische Unternehmensgruppe Central European Media Enterprises mit Geschäftssitz auf den Bermudas, die 21 Fernsehsender in Mittel- und Osteuropa betreibt. Dies erklärt, warum die traditionell auf dem Werbemarkt positionierten Konzerne wie Mediaset und ProSiebenSat.1 Media versuchen, ihre Position auf dem Pay-TV-Markt zu stärken.

2008 verzeichneten die zwölf Konzerne zusammen genommen Nettoverluste in Höhe von 1,2 Mrd. EUR. Nur fünf Konzerne wiesen Nettoverluste aus, aber aufgrund von Goodwill-Abschreibungen summierten sich die Verluste bei ITV plc auf 2,6 Mrd. EUR. Das Jahr 2009 schlossen nur drei der zwölf Konzerne (Sky Deutschland, Modern Times Group und Central European Media Enterprises) mit Nettoverlusten ab. Der Nettogewinn belief sich auf insgesamt 1,5 Mrd. EUR und bleibt damit deutlich hinter dem Ergebnis von 2007 (2,7 Mrd. EUR) zurück. Insgesamt gesehen, haben die Medienkonzerne ihre Betriebskosten gesenkt, um die rückläufigen Einnahmen auszugleichen.


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MAVISE ist eine einzigartige kostenlose Online-Datenbank Europäische Audiovisuelle Informationsstelledie von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Sie bietet einen vollständigen Überblick über alle EU-Fernsehmärkte plus Kroatien und die Türkei. Die Datenbank MAVISE enthält detaillierte Angaben zu mehr als 7 000 Fernsehsender, 5 000 Fernsehgesellschaften sowie eine Aufstellung von über 300 DVB-T, Kabel-, Satellit-, IPTV- oder DVB-H-Paketanbieter.

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat des Weiteren die Veröffentlichung von Band 2 - Trends im europäischen Fernsehen ihres Jahrbuchs 2009 angekündigt.

Methodischer Hinweis
In einer sich stetig wandelnden Fernsehlandschaft müssen wir feststellen, dass es keine absoluten Zahlen geben kann. Die Untersuchungen und die daraus resultierenden Daten der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle können jedoch als ein recht verlässlicher Überblick über den europäischen Fernsehmarkt betrachtet werden. MAVISE und die darin enthaltenen Daten werden ständig aktualisiert, um so dicht wie möglich an den Entwicklungen dieses außerordentlich komplexen Marktes zu bleiben. Bitte beachten Sie darüber hinaus, dass unterschiedliche Sprachversionen eines Fernsehkanals als separate Kanäle betrachtet werden.

Die Ermittlung der bestehenden Fernsehkanäle erfolgt durch den Vergleich von Daten aus unterschiedlichen Quellen wie den von den Regulierungsbehörden herausgegebenen Lizenzlisten, den Auflistungen von Satelliten (gemäß der Lyngsat-Website), den Auflistungen von Kabel-, IPTV-, DTT- und DVB-H-Betreibern (wie auf deren Websites veröffentlicht), dem Korrespondentennetz der Informationsstelle und der Fachpresse.

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

 
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