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HD-DVD Kopierschutz AACS geknackt?
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Das ging ja schnell! Bevor sich der viel beworbene neue Standard der HD-DVD durchsetzen konnte, soll dessen angeblich sicherer DRM-Schutz AACS (Advanced Access Content System) bereits nach einer Woche von einem Cracker ausgehebelt worden sein. Da auch das Blu-Ray System den AACS Standard intus hat, soll ein Crack für dieses System ebenfalls in Kürze erscheinen.
Der Cracker Muslix64 crackte innerhalb einer Woche den neuen Copyright-Standard und schrieb das auf Java-basierende Programm BackupHDDVD, das bereits Schlüssel und Codes für mehrere Filme enthalten soll. Dieser ist (noch) erforderlich, da jedes AACS geschützte Medium einen spezifischen Code benötigt.
Durch das unverschlüsselte Zwischenspeichern des Datastreams auf der Festplatte und dem möglichen Weiterverarbeiten und Brennen der Daten läßt er den Alptraum der Medienbranche durch massive Kopiererei und Vervieltätigung nun auch auf HD-DVD`s und Blu-Ray`s los.
Laut Schätzungen von Insidern sollte sich das Programm, wie auch seine Pendants für CD`s und DVD´s nebst der dazugehörigen Schlüssel innerhalb weniger Wochen im Internet verbreitet haben, gerade durch immernoch aktive Filesharing Netzwerke und Untergrundforen, wo bereits jetzt eine extreme Nachfrage (und Euphorie) herrscht.
Muslix64 schildert den gesamten Crack und das grundlegende Verfahren in einem YouTube-Video, was an sich 100% authentisch wirkt, andere Erfahrungsberichte stehen natürlich noch aus. Selbst ohne sind bereits jetzt einige Crackergruppen zur Nachahmung inspiriert worden, vor allem durch die erschreckend plausible Schilderung und Aufbau des gesamten Cracks.
Ob es nun zu vehementen Reaktionen seitens der Industrie kommen wird, oder sich erst einmal in einen Mantel des Schweigens gehüllt wird, steht noch aus - obwohl allein der Umstand, das der bis dato hochgeschätzte AACS-Standard von einem Cracker innerhalb einer Woche entschlüsselt wurde, Bände für die Sicherheit von HD-DVD und Blu-Ray Medien spricht.
Sowieso ist der mögliche wirtschafliche Schaden fraglich, da selbst der jetzige allseits beliebte Monopolist Microsoft nachweislich einen Großteil seines Erfolges der rücksichtslosen Raubkopiererei der 80er und 90er Jahre zu verdanken hat, da vor allem dadurch sein OS / Betriebssystem massiv Verbreitung fand und somit der Grundstein für die heute so oft beklagte Massenverbreitung - und infolge dessen Kundenabhängigkeit - gelegt wurde.
Wie lange DRM und ähnliche Standards sich allein aus diesem Gesichtspunkt halten werden, bleitb fraglich. Ironischerweise bedeutete in der Vergangenheit ein rigider Kopierschutz den Tod des betreffeden Systems, auch wenn gerade - um ein Gegenbeispiel zu nennen - die AMIGA Community in den 90ern durch ihren extremen Kopierwahn das faktische Ende dieses Systems besiegelte.
So, jetzt ist es auch wirklich offiziell, zumindest für alle, die es schon immer vermuteten und wussten: AACS ist keine Spur von sicher und unknackbar.
Nicht dass dies bereits der Hack`n Crack von besagten Muslix bewiesen hätte, nein, die Filmindustrie veröffentlichte eine Pressemeldung, wonach Hacker die Schlüssel für die gesicherten Filme gestohlen hätten. Aber auch ohne Hacker wurde eingeräumt, das es prinzipiell möglich sei, JEDEN Film zu cracken, da man nur einen einzigen Schlüssel benötigen würde, den z.B. unzufriedene und ehemalige Mitarbeiter der betreffenden Firmen ins Netz stellen könnten.
Somit nützt auch die individuelle Abstimmung der einzelnen Schlüssel nichts. Vielleicht sollte sich, man siehe den online-Musikvertrieb, die Filmindustrie eher Gedanken über neuere und bessere Vertriebsmethoden machen als jahrelang weiter Milliarden in Kopierschutz systeme zu stopfen, die nach wenigen Wochen und maximal einigen Monaten bereits ausgehebelt werden, und somit kein Hindernis darstellen. Selbst der von Microsoft für Windows Vista propagierte "Kopierschutz" (es wird eine nicht-manipulierbare Prozessumgebung geschaffen) wird nicht lange bestehen können.
Zudem wird durch die Verwendung eines Kopierschutzes lediglich die Kompabilität eines Produktes eingeschränkt, jedoch nicht in welchem Maß dies vervielfältigt werden kann (oder auch nicht).
Als prominentes Beispiel sind hier nur die von Warner in erster Linie vertriebenen Harry Potter Bonus DVDs zu Teil 1 zu nennen, von denen einige aufgrund eines fehlerhaften Kopierschutzes auf vielen Playern nicht lauffähig waren und nach heftigen Protesten von AOL Time Warner wieder umgetauscht werden mussten - für Warner nicht unbedingt ein Gewinngeschäft.

Quelle: talkteria.de
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