|
|
|
|
| Nominierungen für den 43. Adolf-Grimme-Preis |
Gute Unterhaltung - auch bei den Privaten.. Erstmals eigenständiges Wettbewerbskontingent "Unterhaltung" bringt Privatsendern so viele Nominierungen wie nie zuvor - außerdem stark: Krimis und Fernsehspiele.

Frische bei den Serien, Spannung im Krimi-Genre von "Blond: Eva Blond" bis "Unter Verdacht", Recherche und Aufdeckung im Dokumentarischen, dazu freche Unterhaltung durch Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling bei "Wer wird Millionär?": Es war ein gutes Fernsehjahr mit solider Qualität, einigen mutigen Innovationen und einzelnen Glanzpunkten, über das die Nominierungskommissionen für den 43. Adolf-Grimme-Preis 2007 in ihren mehrwöchigen Sichtungen und Diskussionen zu befinden hatten. Nun stehen die Nominierungen fest.
Aus den 750 eingereichten Vorschlägen wählten die 24 Juroren in drei Nominierungskommissionen insgesamt 62 Beiträge und Einzelleistungen für die Endrunden der drei Jury aus.
Auch die privaten Sender sind im Wettbewerb gut vertreten, speziell im Bereich der Unterhaltung: Hier stellen sie acht von insgesamt 17 Nominierungen. Mit dabei: "Das perfekte Dinner" (VOX), Hape Kerkeling als Journalisten-Charge Horst Schlämmer bei "Wer wird Millionär? - Prominentenspecial" (RTL) und beim "Deutschen Comedy Preis 2006" (RTL), weiter "Suche Familie!" (RTL II) und "Schlag den Raab" (ProSieben).
Grimme-Direktor Uwe Kammann zeigte sich zufrieden mit den Nominierungen in der neu eingeführten eigenständigen Preiskategorie Unterhaltung. Es sei richtig, in diesem Bereich sehr konzentriert die einzelnen Stärken zu suchen. Dass fast die Hälfte der hier nominierten Leistungen von privaten Sendern stamme, hänge natürlich mit den Akzenten und Mischungsverhältnissen in den Programmen zusammen: "Es ist ein Abbild des dualen Systems". Doch gebe es diesmal auch in den Kategorien Fiktion und Information sehr beachtliche private Produktionen, so die ProSieben-Komödie "Meine verrückte türkische Hochheit", den Sat.1-Vierteiler "Blackout" oder die RTL-Dokumentation "Feuertod". "Diese Qualität der Privaten bekommt dem Wettbewerb gut", so der Grimme-Chef.

In allen drei Kontingenten des Grimme-Preises ist für das Fernseh-Jahr 2006 eine vielfältige Mischung aus bekannten Formaten und innovativen Ideen zu verzeichnen, dazu eine große Bandbreite an Themen und Formen. Bei den fiktionalen Programmen dominieren mit sechs der 22 Nominierungen die Krimis, darunter der "Polizeiruf 110: Er sollte tot" (ARD/BR) von Dominik Graf, "Kommissarin Lucas - Das Verhör" (ZDF) und "Blond: Eva Blond - Der sechste Sinn" (Sat.1). Zu den wieder in großer Zahl beeindruckenden Fernsehfilmen gehören das zeithistorische Drama "Nicht alle waren Mörder" (SWR/BR/ARD/rbb), der spannende Mehrteiler "Blackout" (Sat.1) und die packende Psycho-Tragödie "Unter dem Eis" (ARD/SWR/rbb). Auch neue Serien wie "Zwei Engel für Amor" (ARD/NDR) von David Safier und der Mehrteiler "Helen, Fred und Ted" (ARD/BR/NDR) zählen zum Kontingent der nominierten Beiträge.
Das Spektrum der Nominierungen zeige eindrucksvoll, so Grimme-Direktor Uwe Kammann, "wie groß die Vielfalt im deutschen Fernsehen ist". Sehr erfreulich sei dabei, dass es in jedem Programmsegment "stark entwickelte eigene Handschriften" bei den Autoren, Regisseuren und auch Redaktionen gebe. Dies gelte nicht nur für die Fiktion, sondern auch für die Informationssendungen.
Im Genre "Information & Kultur" gab es für die Nominierungskommission Spannendes und Informatives zu entdecken - aus ganz unterschiedlichen Themen und Kontexten. So ging der in Deutschland geborene und aufgewachsene Grimme-Preisträger Marcus Attila Vetter in "Mein Vater, der Türke" (ARD/SWR) seinen türkischen Wurzeln nach und ließ sich dabei von der Kamera bei der Begegnung mit seinem - ihm nahezu fremden - türkischen Vater und einem ihm bis dahin unbekannten Teil seiner Familie begleiten. Antonia Rados zeigt in "Feuertod" (RTL) die letzten fünf Tage einer jungen afghanischen Frau, die sich nach Schlägen und Misshandlungen durch ihren (mit ihr zwangsverheirateten) Ehemann selbst verbrennt; und "Kalter Krieg ums Öl - Amerika und China auf Kollisionskurs" (ZDF/3sat) beschreibt den Kampf um die letzten fossilen Energieressourcen zwischen den Industrienationen.
Bei aller Themenvielfalt fällt als besonderer Schwerpunkt die intensive Behandlung des Themenkreises Migration und Integration auf. Er finde sich, so Grimme-Preis-Referent Ulrich Spies, wesentlich stärker als früher in allen Sparten und Genres des Programms. Von "Türkisch für Anfänger" (BR/NDR), "Abgetaucht - illegal in Deutschland" (ARD/NDR) und "Die Özdags" (WDR) über den umstrittenen Film "Wut" (ARD/WDR) und "Meine verrückte türkische Hochzeit" (ProSieben) bis hin zu "Mein Vater, der Türke" (ARD/SWR) reiche die Spannbreite.

Nachdem nun die Nominierungen feststehen, werden die drei Jurys in der ersten Februarwoche über die zwölf Grimme-Preise in den drei Wettbewerbskategorien "Unterhaltung", "Information & Kultur" und "Fiktion" entscheiden. Bekannt gegeben werden die Preise auf einer Pressekonferenz am 14. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Die Preisverleihung findet am 30. März im Theater der Stadt Marl statt.

Quelle: www.grimme-institut.de
Pressemitteilung
|
|
|